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Programm

Programm des christlichen Freitags-Forums 2017/2018

Das aktuelle Programm für 2017 / 2018

 

 

08.12.2017 Achtung: 2. Freitag im Monat
Wem kann man heute noch glauben? – Medien im Zeitalter von Fake News

Mit Sonia Seymour Mikich

 

Die Situation erscheint grotesk: Im digitalen Zeitalter - geprägt von globaler Vernetzung und allgegenwärtiger Medienpräsenz - stehen uns so viele Informationsquellen wie nie zuvor zur Verfügung. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, die Seriosität und den Wahrheitsgehalt der Quellen kritisch zu überprüfen. Es ist die Stunde der Extremisten und Populisten. Sie nutzen die neuen Medien und die sozialen Netzwerke, um ihre "einfachen Antworten" auf gesellschaftliche Konflikte und auf ein zunehmend kompliziertes politisches Weltgeschehen zu geben, die Fakten zu vernachlässigen oder zu bestreiten und dabei Vorurteile, Menschenverachtung und oft auch Hass zu verbreiten. Halbwahrheiten- oder schlichte Unwahrheiten - zig-tausendfach geteilt und verbreitet - verfehlen ihre Wirkung nicht. Und was ist mit den traditionellen Medien, öffentlich-rechtlichem Rundfunk und Fernsehen? Sie waren in Deutschland jahrzehntelang (trotz mancher politischer Auseinandersetzung) Garanten für seriöse und neutrale Berichterstattung, kritischen Journalismus  und fundierte pluralistische Meinungsbildung und Kommentierung. Sie sehen sich jetzt ihrerseits dem Vorwurf der "Lügenpresse" ausgesetzt, einem politischen Kampfbegriff, der gerade in Deutschland eine unselige Tradition hat. Wem kann man heute noch glauben? Befindet sich der kritische öffentlich-rechtliche Journalismus in einer Vertrauenskrise und wie kann man dem begegnen?

 

Sonia Seymour Mikich. Chefredakteurin des WDR, 1951 in Oxford geboren und in London aufgewachsen, studierte Politologie, Soziologie und Philosophie.
Sie volontierte beim WDR,  arbeitete in Moskau als Korrespondentin und zeichnete sich durch Berichte aus Kriegs- und Konfliktgebieten aus. 1996 wurde sie - als erste Frau - Leiterin des dortigen ARD-Studios. Von April 1998 bis Dezember 2002 leitete sie das ARD-Studio in Paris. Bekannt wurde sie als Redaktionsleiterin und Moderatorin von MONITOR. Für ihre Arbeit als ARD-Korrespondentin in Russland erhielt sie im Oktober 1998 das Bundesverdienstkreuz. Im Jahr 2007 erhielt Sonia Seymour Mikich den Marler Fernsehpreis für Menschenrechte. Vom "medium magazin" wurde sie 2012 zur Politik-Journalistin des Jahres gekürt.
In Kooperation mit der VHS

 

 

12.01.2018 Allzeit online – Immerwährende Kommunikation als Religionsersatz?

Mit Dr. Dieter Funke

 

Die digitale Vernetzung, der ständige Einsatz des Smartphones, scheint im Alltag ein unstillbares Bedürfnis nach immerwährender Kommunikation zu stillen. Was früher die Religion anbot, nämlich durch Gebet und Rituale mit einem übergeordneten großen Ganzen in Verbindung zu stehen, erfüllt heute der Kontakt ins unsichtbare Netz, so der Referent. Diese digitale Nabelschnur beruhigt einerseits die Angst vor Vereinzelung und Isolation, schafft dafür aber neue Abhängigkeiten. Welche tieferen Grundbedürfnisse finden Ausdruck im ständigen Onlinemodus? Klappt Kommunikation wirklich besser? Gibt es negative Folgen für die Persönlichkeitsstruktur, besonders bei jungen Menschen?

 

Dr. Dieter Funke studierte Theologie und Psychologie. Als Psychoanalytiker leitete er den Psychotherapeutischen Beratungsdienst für kirchliche Berufe in Düsseldorf und arbeitet als Lehrbeauftragter für Pastoralpsychologie an der Universität Bonn. Seit über 25 Jahren ist er niedergelassen in eigener Praxis als Psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker und Paartherapeut.

 

 

02.02.2018 Anpacken statt austreten – Wie kurieren wir die Kirche?

Mit Joachim Frank

 

Mit dem Ende der Feierlichkeiten zum Jubiläum der Reformation ist das Anliegen nicht erledigt, das Martin Luther und die anderen evangelischen Reformatoren umgetrieben, alsbald aber auch veränderungswillige Geister in der zeitgenössischen katholischen Kirche umgetrieben hat: Ecclesia semper reformanda! Die Kirche bedarf der Erneuerung – damals wie heute, immer!

Einer, der das versteht, predigt und praktiziert, ist Papst Franziskus. Aber er dekretiert nicht von oben, sondern stößt kommunikative Prozesse des Wandels an und stellt die Frage nach notwendigen Reformen in seine eigene Kirche hinein. Nach der Familiensynode von 2014/2015 mit dem in mancher Beziehung revolutionären Schreiben „Amoris Laetitia“ geht es 2018 um die Jugend – und damit noch einmal intensiviert um die Zukunft der Kirche.

Was sich in der Kirche verändern muss, damit junge Menschen in der Kirche einen Raum für ihr Leben finden und die Kirche selbst lebendig bleibt, bewegt die Christen in Deutschland ganz unabhängig von ihrer Konfession.

Gemeinsam mit dem Journalisten, Buchautor und Theologen Joachim Frank, der häufig über kirchliche Themen schreibt, wollen wir einen Blick in die Glaskugel werfen, worauf es für die „Ecclesia semper reformanda“ von heute und morgen ankommen könnte. „Wie kurieren wir die Kirche?“, fragte Frank 2013 in einem Buch. Einen Teil der Antwort gibt schon die Frage: Sie kann nur in einem gemeinsamen Bemühen liegen, denn: Wir sind Kirche – oder Kirche sind wir alle.

 

Joachim Frank ist Verfasser mehrerer Bücher und Dozent am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses, in dieser Eigenschaft auch Jurymitglied für den Hessischen Integrationspreis und den Deutschen Schülerzeitungspreis. Außerdem wurden ihm selbst renommierte Preise verliehen, so der Wächterpreis der deutschen Tagespresse und der DuMont Journalistenpreis.

 

02.03.2018 Ich gebe die Menschen nicht auf - "Afghanistan - ein Land ohne Hoffnung?"

Mit Karla Schefter

 

Karla Schefter ist 1942 geboren und stammt aus Allenstein. Sie ist ist Gründerin und Leiterin des Chak-Hospitals in der afghanischen Provinz Wardak und anerkannte Preisträgerin für ihre humanitären Einsätze.

Nach langjähriger Tätigkeit als OP-Schwester in Dortmund wirkte sie ab 1989 als leitende Schwester beim Aufbau des Chak-e-Wardak Hospital mit und leitet es seit 1992 mit hohem persönlichen Einsatz und großer Anerkennung weiter.

Das Chak-e-Wardak Hospital liegt am Chak-Fluss im Chak-Tal des Distrikts Wardak etwa 65 km südwestlich von Kabul und wurde 1989 nach dem Abzug der sowjetischen Militärtruppen vom Deutsch-Afghanischen-Komitee mit finanzieller Hilfe der EU gegründet. Seit 1989 wirkte Karla Schefter als leitende Schwester am Aufbau mit. Seit 1992 leitet sie das gesamte Krankenhaus und setzt sich entschieden für dessen Weiterführung im Sinne der Humanität und Barmherzigkeit ein. Vor Fertigstellung des Krankenhauses wurden die EU-Mittel 1992 gestrichen und das Krankenhaus sollte geschlossen werden. Unter ihrer Leitung wurde das Krankenhaus unter widrigsten Bedingungen und mit Einwerbung nötiger Spenden dennoch bis heute weitergeführt.

Nach dem Bundesverdienstkreuz am Bande 1993 wurde ihr 2004 für ihr humanitäres Engagement das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse zuerkannt. Am 26. August 2006 wurde sie in Kabul mit dem Malalai-Orden geehrt, der höchsten Auszeichnung für Frauen in Afghanistan.

2011 erschien bei Rowohlt ihr Buch "Ich gebe die Menschen nicht auf. Afghanistan, ein Land ohne Hoffnung" und zuvor bei Ullstein der Titel "Weil es um die Menschen geht. Als Krankenschwester in Afghanistan".

In Kooperation mit der VHS

 

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